Die Künstler

Mit Joschua Braun und Sören Weigel präsentiert das Kunstfoyer am Langenweg zwei junge Oldenburger Künstler. Sören Weigel hat mit einer großen Gruppenausstellung der diesjährigen Meisterschüler der Hochschule für Künste Bremen im Museum Weserburg sein Studium beendet. Joschua Braun wird bald sein Studium an derselben Hochschule beenden. Für die beiden Künstler ist es die erste große Ausstellung in ihrer Heimatstadt Oldenburg. Bei allen Gemeinsamkeiten verfolgen sie unabhängige künstlerische Strategien und Themen.

Für Joschua Braun ist der Ausgangspunkt der Suche nach einer eigenen künstlerischen Position der Körper. Als leidenschaftlicher Sportler ist ihm dieses Thema besonders nahe. Auf seinen Bildern zerlegt und seziert er Körper und vergrößert einzelne Elemente, sodass sie auf den überlebensgroßen Leinwänden wie abstrakte Muster wirken. Kaum wiedererkennbar erinnern die Strukturen hier

an Muskelfasern, dort an Gliedmaßen. Die Malerei ist seine bevorzugte Gattung, jedoch betreibt er auch skulpturale Experimente und kombiniert diese mit den Gemälden. Seine Objekte-Serie mit dem Titel „Antennen“ könnten auch Nervenbahnen sein, die in ihre Einzelteile zerfallen. Die antike Weisheit „eines gesunden Geistes in einem gesunden Körper“ passt nicht recht zu den fragmentarischen

Körperteilen und -geweben. Ein antikes Körperideal wird dem Betrachter verweigert.

Die zweidimensionale Leinwand mit dreidimensionalen Objekten zu kombinieren und die Möglichkeiten beider Gattungen zu untersuchen, verbindet Sören Weigel mit Joschua Braun. Seine Werke sind von einem collagenartigen Stil geprägt, keine elaborierten

Maltechniken, sondern eine Reduktion auf das Wesentliche sind ihm wichtig. In einem Zyklus aus dem letzten Jahr hat er Ausrisse aus Bilderbüchern mit Malerei kombiniert, z. B. indem er die Planeten des Sonnensystems zu einer extraterrestrischen Blume arrangiert. In den jüngsten Werken reduziert er das Motiv des einzelnen Bildes zu Piktogrammen, die er in Gruppen zeigt. Welche Beziehungen sich zwischen den Bildzeichen entfalten, bleibt sehr frei. Für Sören Weigel liegt in der stereotypen Darstellung der Zeichen etwas Komisches. Mit ironischer Distanz betrachtet er seine Motive. Diese Haltung verbindet die beiden Künstler. Mit vorsichtigen Schritten suchen beide nach der eigenen Position im Universum der Kunst.